1973 veröffentlichte Michael Ende die berühmt gewordene Geschichte von Momo. Momo ist ein kleines Mädchen, das Zeit hat und zuhören kann, wie sonst niemand. Ihre besten Freunde sind Gigi Fremdenführer und Beppo Straßenkehrer - beide haben es auch nie so richtig eilig und lassen sich ungern hetzen.
Überhaupt: Warum immer hektisch sein, immer in Zeitdruck, immer Vollgas? Das ist nicht die Welt von Momo und ihren Freunden.
Deshalb sind diese auch so besorgt, als überall graue Herren von der Zeitbank auftauchen, die den Menschen ihre Zeit rauben wollen - immer mehr Zeit einsparen, um schließlich immer weniger Zeit zu haben. Die grauen Herren erinnern an so manchen Raubtierkapitalisten der heutigen Zeit, an manche politische Bestrebung, die auch heute den Menschen die Zeit klauen, die Hektik erzwingen will.
Einkaufen rund um die Uhr - Ob dabei den Händlern und Verkäufern noch wertvolle Zeit für die Familie bleibt, ist zweitrangig. Flexible Arbeitszeiten, Überstunden, wann es dem Chef beliebt - die gemeinsame Mahlzeit in der Familie bleibt auf der Strecke. Abitur in 8 Jahren, Leistungsdruck, nur keine Zeit verschwenden - eine glückliche Jugend braucht Zeit.
Man sieht: Auch heute noch sind die Zeitdiebe unterwegs. Und diesen wollen die Jungschauspieler der Waldbühne Einhalt gebieten. Sie haben sich Zeit genommen, geprobt, Requisiten hergestellt, Kostüme organisiert - fast vollständig in Eigenregie haben rund 20 Jugendliche unter der Leitung von Dominik Hadasch, Johannes Henne und Tobias Becker die fantastische und zeitlos aktuelle Geschichte von Momo einstudiert.
Regie: Dominik Hadasch, Johannes Henne, Tobias Becker
Ausführende: Schauspieler der Waldbühne Sigmaringendorf